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Kurzbericht von der Tagung „Die Zukunft der Bildung. Entwicklungserfahrung statt Lebensangst“ am 5. April 2008

Anlässlich des 30jährigen Jubiläums des Friedrich von Hardenberg Instituts für Kulturwissenschaften fand am 5. April 2008 in Heidelberg die Tagung „ Die Zukunft der Bildung. Entwicklungserfahrung statt Lebensangst“ statt. „Was ist Bildung?“ und „Welche sind ihre Bedingungen?“ sind Fragen, die seit der Gründung des Instituts die Arbeit dort prägen. Mit der Tagung sollten die Beiträge der vier Referenten Dr. Karl-Martin Dietz, Prof. Dr. Gerald Hüther, Prof. Götz W. Werner und Dr. Heinz Zimmermann, alle in verschiedenen Wirkungsbereichen tätig, eine vielseitige Sicht auf diese aktuelle Thematik bieten.

Karl-Martin Dietz verdeutlichte die neuen Dimensionen von Bildung und die sich heute vollziehenden Paradigmenwechsel. Ein bewusstes Verhältnis zur Welt/Wirklichkeit ist Bedingung für eine selbstverantwortete Selbstentwicklung. Darin liegt, so Karl-Martin Dietz eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit.

Für den Neurobiologen Gerald Hüther kann Bildung heute nicht mehr darin bestehen, nur bereits vorhandene Ressourcen im Menschen auszuschöpfen. Dies kann nicht die Basis für eine zukunftsfähige Entwicklung sein. Im Menschen liegen viele Potentiale „verborgen“, nicht alle seiner Fähigkeiten sind gleich erkennbar. Für Gerald Hüther besteht heute die Aufgabe darin, Bedingungen zu erforschen und herzustellen, die ein Umfeld bieten, in dem verborgene Potentiale zum Vorschein kommen und entfaltet werden können.

Nach Götz W. Werner ist der bewusste Umgang mit der Erkenntnis, dass jeder einen „Entwicklungsschatz“ in sich trägt, das Fundament, um ein neues soziales Klima zu schaffen. In der heutigen Gesellschaft, in der jeder auf die Leistungen anderer angewiesen ist, stellt sich die Frage, wie die Rahmenbedingungen geschaffen werden können, damit jeder seine Potentiale entwickeln und sie initiativ in die Gesellschaft einbringen kann.

Der Mensch als entwicklungsfähiges Wesen! Wird diese Tatsache ernst genommen, so hat dies Konsequenzen für die Beziehung zwischen Erzieher und zu Erziehendem, so Heinz Zimmermann. Sie soll vom Vertrauen in das Zukünftige, noch nicht Sichtbare, getragen sein.

Gelingt die so verstandene Erziehung, so hat der Mensch die innerliche Grundlage, um in jeder Lebensphase die eigene Biografie bewusst gestalten zu können.

Am Ende der Tagung, die sowohl durch die interessanten und vielseitigen Beiträge, als auch durch die lebendigen Gespräche als sehr anregend empfunden wurde, erhielten die Teilnehmer die zu diesem Anlass erschienene Festschrift.

Die Festschrift enthält Beiträge von Thomas Kracht, Karl-Martin Dietz, Rudy Vandercruysse und Jürgen Paul zur Gründung, Entwicklung der Arbeitsgebiete und zu den aktuellen Forschungsprojekten des Instituts und kann gegen eine Schutzgebühr von 6,00 EUR beim MENON Verlag (Tel.: 06221 21350; menon-verlag@hardenberginstitut.de) bestellt werden.


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