100 Jahre Eurythmie
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Vor 100 Jahren begann alles mit einer Frage, die Clara Smits Rudolf Steiner stellte. Daraufhin entwickelte er zusammen mit ihrer Tochter Lory Maier Smits die neue Bewegungskunst Eurythmie, die zunächst als Eurythmie für Laien und später als Bühnenkunst in Erscheinung trat.
Die Heileurythmie ging später als eine wichtige Therapieform in die Anthroposophische Medizin ein. Eurythmie wird an Waldorfschschulen von der 1. bis zur 12. Klasse unterrichtet. Eurythmie setzt Sprache und Musik nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten in Bewegung um. Dabei geht es unter anderem um die Bewegungen, die Mund und Kehlkopf beim Sprechen von Lauten oder beim Singen ausführen. Deshalb bezeichnet man Eurythmie oft auch als „sichtbar werdende Sprache und Musik“.
Rudolf Steiner (1861-1925) hat 1912 zunächst die künstlerische Eurythmie entwickelt – sie bedeutet wortwörtlich „schöner Rhythmus“ (aus dem Griechischen „eu“ = schön). Wenig später kam dann die Heileurythmie dazu, die im Rahmen der Anthroposophischen Medizin bereits seit über 80 Jahren erfolgreich in der Behandlung akuter und chronischer
Erkrankungen zum Einsatz kommt. 1919, zur Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart, hielt die Eurythmie dann Einzug in die Pädagogik und wurde zu dem Unterrichtsfach, in dem man lernt „seinen Namen zu tanzen“. Da wird sieeingesetzt, um altersspezifische Entwicklungsprozesse der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und zu fördern. Im Förderbereich der Waldorfschulen kommen die spezifischen Bewegungsformen der Eurythmie außerdem zum Einsatz, um Grob- und Feinmotorik und damit die Bewegungskontrolle zu fördern.
Um diese Bewegungsform zu ihrem 100. Geburtstag noch bekannter zu machen und existierende Vorurteile abzubauen, bieten diverse Institutionen, das ganze über Jahr viele Veranstaltungen an. In unserer Region finden ebenfalls einige Veranstaltungen statt, so z.B. eine öffentliche Eurythmie-Aufführung am 25.04.2012 (20 Uhr) an der Heidelberger Waldorfschule (www.waldorf-hd.de): „Terranova – Verbo Fundamental“, dargeboten von Jugendlichen aus Sao Paulo, Brasilien. Lassen Sie sich von diesem Bewegungs-Feuer begeistern!
Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen, Stuttgart
gekürzt und erweitert: Gislind Macco, Heidelberg
und Dietmar Ziegler, Karlsruhe