Jetzt ist es fertig, das neue Kleinkindhaus!
Die Rudolf Steiner Schule Nürtingen hat sich mit der Planung eines neuen Kleinkindhauses schon früh dazu entschlossen, den Bedarf an Betreuungsplätzen für die Kleinsten in Nürtingen und Umgebung aufzufangen. Aufgrund des seit August 2013 bestehenden Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für jedes Kind, welches das erste Lebensjahr vollendet hat, haben Bund und Länder sich auf einen schrittweisen Ausbau der Kleinkindbetreuung geeinigt – und die Rudolf Steiner Schule Nürtingen hat gebaut.
Das neue Kleinkindhaus steht an einem schönen Ort, mitten auf dem Lerchenberg, und grenzt an drei Seiten an Felder und Wiesen an. Innen ist es wohlersonnen, mit viel Raum für die beiden Kleinkindgruppen, für Spielen, Schlafen und alles, was für die Organisation einer harmonischen, außerfamiliären Betreuung für kleine Kinder eben wichtig ist.
Die Kindergartenleiterin Gabriele Rüdt ist beinahe ein bisschen stolz auf das neue Haus: „Außer auf ein gut durchdachtes pädagogisches Konzept und die Erfahrung und Ausbildung unserer Mitarbeiter fußt die Kleinkindbetreuung auch auf eine angemessene Ausgestaltung der Innen- und Außenräume. Erst das ermöglicht die Umsetzung all unserer Ideen!“ Weil die Kleinen doch ganz anders spielen oder schlafen, als die älteren Kindergartenkinder, mache ein separater Bau und ein abgetrennter Garten durchaus Sinn. Gabriele Rüdt erklärt weiter: „Unsere Kleinkinder sind oft schon sehr zufrieden, wenn sie mit dem „Eimerle“ im Sandkasten sitzen und den Sand einfach rein und raus schaufeln. Das Zusammenleben wäre innerhalb einer großen Gruppe mit 6- oder 7-jährigen Kindern, die wie wild große Burgen bauen, eher schwierig. Mit dem neuen Kleinkindhaus gibt es einen Schutzraum für die Jüngsten und das ist uns sehr wichtig.“ Selbst die Innenausstattung, die Geräte, die Spielsachen und Möbel sind auf die Bedürfnisse der kleinen Gäste ausgerichtet.
Doch der Waldorfkindergarten Nürtingen setzt – über bauliche Tatsachen hinaus – auch waldorfpädagogische Akzente. Das Anliegen der Erziehung in den Kleinkindgruppen ist es, den Kindern ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich körperlich, seelisch und geistig in individueller Weise entwickeln können, in dem nicht rational erklärt wird. Es können altersgemäß Erfahrungen gemacht werden! Die Kleinkindgruppen gestalten einen Raum, in welchem Kinder spielend, erlebend und am Vorbild des Erwachsenen orientiert in die Welt hineinwachsen, um Lebenskompetenzen zu erwerben, die sie zur Selbstständigkeit führen. Die immer wiederkehrende rhythmische Zeiteinteilung des Tages über eine Woche hin vermittelt den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Geborgenheit, Zuwendung und Vertrauen sind die Basis, auf der sich das kleine Kind in der Kleinkindgruppe entwickeln und entfalten kann. Der Tagesablauf ist im Wesentlichen durch Pflege wie Wickeln, die Mahlzeiten und Schlafzeiten sowie das freie Spiel bestimmt.
Die Entwicklung des Kindes in den ersten drei Lebensjahren ist im Hinblick auf das gesamte spätere Leben von größter Wichtigkeit! Das Kind lernt am Ende des ersten Jahres das Gehen,
im zweiten das Sprechen und im dritten Jahr erwacht das Denken. Die Erzieherinnen der Kleinkindgruppe begleiten die Kinder in dieser wichtigen Entwicklungszeit als verlässliche Bezugspersonen. Ebenso gilt der Erzieher als Vorbild für die Aneignung der basalen Fähigkeiten, die durch die Nachahmung errungen werden.
Auf die Plätze, fertig, los!
Mit dem neuen Kindergartenjahr im September starteten auch die beiden Kleinkindgruppen im neuen Gebäude. Für alle Eltern, die nur vormittags eine Betreuung wünschen, kommen zwei Gruppen mit Öffnungszeiten bis 13:30 oder bis 12:30 Uhr infrage. Eine weitere Gruppe bietet für Kleinkinder berufstätiger Eltern auch eine Ganztagesbetreuung von 7:30 bis 16 Uhr an. Alle Gruppen werden selbstverständlich von ausreichend vielen ErzieherInnen begleitet und öffnen zudem an jedem Wochentag – bis auf die angekündigten Ferien- und Schließtage.
Miriam Leypoldt